Mexico

Eingestellt auf BiN: 03.02.2005, letztes Update: 2011
Mexico ist im Juli 2011 über die Regenbogenbrücke gegangen...


Mexico kam 2004 in das Tierheim Sara. Belgier in Not war kaum entstanden und der arme Kerl saß schon "hinter Gittern". Später war er unzählige Male unter den Notfällen und in all unseren Newslettern, aber kein Mensch hat sich jemals für ihn interessiert.
Er war der "Wächter" im Tierheim Sara. Er wurde geliebt und gemocht. Jeder kannte Mexico, er war die Seele des Tierheims.
Die Mitarbeiterinnen des Tierheims Sara haben ihm das Leben so angenehm wie möglich gemacht. Im Juli 2011 starb er bei seiner "Sara"-Familie.
Ute Dissemond hat ihm im folgenden Text ein kleines Denkmal gesetzt.


Ein kleines Denkmal, stellvertretend für alle Langzeit-Tierheiminsassen, alt, groß, schwarzes Fell, übersehen, vergessen.

Der alte schwarze Rüde

Auch ich war einmal ein Welpe, klein und niedlich, mit kuscheligem Fell. In meinem Zuhause hatte ich es gut, na ja, ich bin eben ein Optimist, denn wie Heinz Rühmann einmal sagte: "Ein Optimist ist jemand, für den alles halb so schlimm oder doppelt so gut ist."
Es fehlte mir jedenfalls an nichts und ich klagte auch nicht, als niemand mehr mit mir spielte, weil ich nicht mehr klein und niedlich war, sondern aus mir ein erwachsener, stattlicher Belgischer Schäferhund mit eindrucksvollem schwarzen Pelz geworden war. Immerhin hatte ich eine Aufgabe, nämlich die Finca meiner Familie zu bewachen und diese Aufgabe erfüllte ich pflichtbewusst. Doch auch an mir gingen die Jahre nicht spurlos vorüber und als ich elf Jahre alt war, Weihnachten das Fest der Liebe, wie ihr Menschen es auch nennt, stand kurz bevor, da traf meine Familie den Entschluss, dass ich zu alt für meine Aufgabe sei und es an der Zeit wäre, für einen neuen Hund, der meinen Platz einnehmen soll.
Es kam der Tag an dem ich mit Herrchen einen Ausflug machen durfte, ich freute mich sehr. Der Wagen hielt vor einem großen grünen Tor, von weitem hörte ich schon das laute Bellen von Artgenossen, freudig stimmte ich mit ein. Es war schon Abend, kein Mensch war mehr zu sehen und mein Herrchen band mich dort am Tor fest. Dann ging er weg und schaute sich nicht einmal mehr nach mir um. Die Leute, die mich dort am nächsten Morgen fanden waren freundlich zu mir, ich wurde gleich gestreichelt. Ein netter Mann führte mich in einen Zwinger, den ich mir fortan mit drei weiteren Hunden teilte.
Sieben Jahre sind seit dem 4. Dezember 2004 schon vergangen, mein Herrchen kam nie wieder um mich abzuholen oder mich wenigstens zu besuchen. Seit ich hier bin habe ich viele Hunde kommen und gehen sehen. Die jungen, kleinen, niedlichen mit hellem Fell sind immer am schnellsten wieder weg. Manchmal kommt einer noch mal zurück, aber nie für lange. Die großen, erwachsenen Hunde bleiben immer viel länger, am längsten von allen bleiben die Schwarzen.
Ich habe hier viel Zeit und konnte deshalb lange darüber nachdenken, aber wie ich es auch drehe und wende, ich finde dafür keine plausible Erklärung, in dem Punkt verstehe ich die Menschen einfach nicht.

Seit einiger Zeit habe ich hier Paten, die mich sogar jeden Tag besuchen, mich knuddeln und mit mir spazieren gehen, soweit meine alten Knochen noch mitmachen. Ich genieße jede Sekunde des intensiven Zusammenseins in vollen Zügen.
Inzwischen bin ich achtzehn Jahre und sechs Monate alt und ich habe mich längst damit abgefunden, dass das Tierheim wohl bis ans Ende mein Zuhause bleiben wird und es macht mir nichts aus, im Gegenteil, hier bekomme ich mehr Fürsorge und Beachtung als in meinem alten Zuhause. Ich weiß, das ist schwer vorstellbar, aber so ist es wirklich.
Mein einst schwarzes Gesicht ist nun vollkommen ergraut, meine einst strahlenden Augen sind trüb, sehen kann ich so gut wie nichts mehr und ich bin taub. Als ältester Hund im Heim komme ich jedoch in den Genuss einiger Privilegien, so darf ich in der Welpenabteilung schlafen, dort finde ich die meiste Ruhe, außerdem kann ich mich frei bewegen und wenn ich mag, darf ich mich über Tag, wenn das Tierheim geöffnet hat im Eingangsbereich und im Büro aufhalten. Ich bin ein Optimist, mir geht es gut, ich kann nicht klagen, denn es könnte alles viel schlimmer sein.

Es ist Mitte Juli und letzte Nacht hatte ich einen schönen Traum, ich sah einen Regenbogen, ich fühlte mich plötzlich so frei und leicht, keine lahmen Knochen mehr, ich sah alles klar und deutlich und hörte jeden Mucks, so wie früher. Dann blickte ich hinab und mir war klar was geschehen war, mein langes erfülltes Leben war zuende. Ich danke den Leuten im Tierheim von ganzem Herzen und auch meinen Paten, die sich hier jeden Tag die Zeit genommen haben, sich um mich zu kümmern. Ich werde euch alle vermissen.
Wenn ich aber noch einmal auf diese Welt komme und es mir aussuchen könnte, dann möchte ich als kleinbleibender, hellfarbiger Hund geboren werden, dann hätte ich die besseren Chancen.

Zur Erinnerung an Mexico, Belgischer Schäferhundmischling, der die letzten sieben Jahre seines Lebens im Tierheim SARA auf Lanzarote verbracht hat und dort im Juli 2011 starb.

©Ute Dissemond, 2011
Zu lesen ist die Geschichte auch in der Infobroschüre 2011, der "Tierhilfe SARA Lanzarote e.V.", Bochum: www.tierhilfe-sara-Lanzarote.de



Update: 26.11.2010 Mexico sucht Paten, er kann leider nicht mehr ausreisen
Geschlecht: Rüde
Geburtsdatum: 1993
Ansprechpartner:
TH SARA
Homepage: http://www.tierhilfe-sara-lanzarote.com/
oder
Ingrid Zindt
56170 Bendorf, Rheinland-Pfalz
Tel: 02622 - 169 415
Fax: 02622 - 169 415
E-mail: Ingrid-Zindt@web.de
Homepage: http://www.spanienhunde-nothilfe.de

Mexico geht es als Methusalem den Umständen entsprechend gut. Das Männlein ist aber schon lange nicht mehr vermittelbar. Mexico verbringt seinen Lebensabend im Tierheim und wird dort nach Strich und Faden verwöhnt. Mit neuen Fotos kann ich Ihnen helfen...sind diesen Monat aufgenommen worden. Und ja..dieses Männlein ist tatsächlich 17 Jahre...kaum zu glauben...
Vielen Dank und liebe Grüße
Ingrid Zindt
Canarian Animals In Need e.V.



Mexico hat eine Box in der Welpenstation bekommen, wo er in Ruhe leben kann, ordentlich verwöhnt wird bis er seine Augen schließen wird. Seine deutsche Patentante verwöhnt den Burschen mit kuscheligen Bettchen, weichen Leckerlies und alles weitere, was Opi so gebrauchen kann.

Hallo, ich heiße Mexico. Die Menschen hier haben mich so getauft, ich weiß auch nicht warum, vielleicht denken sie das ich daher stamme. Ich glaube meine Vorfahren stammen aus Belgien, weil ich ein Belgischer Hirtenhund-Mischling bin. Ich bin so etwa 8 Jahre alt und lebe seit März 2001 bei SARA. Meine Besitzer haben mich einfach auf einem Feld ausgesetzt und sind weggefahren. Als ich mich umschaute, war alles was ich sehe konnte ein Gebäude, in dem ich viele Hunde bellen hörte. Ich streunte herum und überlegte mir, dass ich da auch hineingehen möchte, weil ich mich doch sehr alleine fühlte. Das Gebäude entpuppte sich als SARA, was, wie ich herausfand, streunenden und ausgesetzten Hunden Zuflucht gewährt. Ich erfüllte die Kriterien – so durfte ich hinein. Man erlaubte mir mit einigen der älteren Hunden und Hunden, die von Tierarzt behandelt werden müssen, frei herumzulaufen. Aber einige sind mir ganz schön auf die Nerven gegangen. Da war ständig ein Hund, der mit mir spielen wollte, während ich viel lieber in der Sonne schlafen wollte. Und dann gibt es noch Melchor, der wirklich glaubt, dass er die Nummer 1 bei SARA sei. Wie auch immer, aber die Menschen hier haben schnell gemerkt, dass ich es lieber ruhig mag, und sie haben ein ruhiges Platzchen für mich gefunden. Ich habe jetzt in der Welpenstation einen Schlafplatz ganz für mich alleine. Okay, manchmal nerven die Welpen mich auch ein wenig, aber normalerweise habe ich dort meine Ruhe und werde nicht von ihnen belästigt! Ich teile meinen Raum mit dem Mann, der sich tagsüber um die Welpen kümmert. Er bewahrt dort ihr Futter und saubere Tücher und Decken auf. Aber ich habe mein eigenes Bett!
Es gibt eine Dame, die kommt oft um die Wäsche zu waschen, sie besucht mich dann immer und bringt mir ein paar Leckerchen mit. So vermisse ich das Spazieren gehen eigentlich gar nicht. Aber es wäre doch schön ein neues Zuhause zu finden, OHNE andere Hunde, so dass ich die Nummer 1 sein könnte. Ich mag es im Mittelpunkt zu stehen und ich mag Menschen, die sind okay. Es sind die anderen Hunde, besonders Rüden, die ich nicht mag. Ich meine das macht mich zu einem guten Kandidaten für eine Patenschaft. Ich bin schon ziemlich alt und das macht es schwierig ein neues Zuhause für mich zu finden, auch weil ich so wählerisch bin. Weißt Du, die Menschen hier arbeiten hart um alles sauber zu halten u.s.w. Und sie versuchen jedem einzelnen das zu geben, was er braucht. Es wäre schön, wenn sie ein bisschen mehr Geld bekommen würden, dann müssten sie sich weniger Sorgen machen wie sie all unser Futter bezahlen sollen.
Ich würde mich freuen, wenn Du sie unterstützt. Ich reiche Dir meine Pfote und sage „Danke schön“.
Mexico

"Mexico wurde 1992 geboren und ist ca. 55 cm groß. Er wurde am 04.12.2004 bei uns am Tierheim angebunden. Wir suchen für diesen lieben und verschmusten Rüden ein liebevolles Zuhause. "Mexico" ist während der Futterzeit nicht verträglich, er will alles für sich.

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